Simbabwe - Gesundheitshinweise
Impfschutz
Bei der direkten Einreise aus Deutschland sind Pflichtimpfungen nicht vorgesehen, bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet (z.B. Nachbarländer) ist der Nachweis einer gültigen Gelbfieberimpfung erforderlich, siehe auch
www.who.int
Die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene sollten anlässlich einer Reise überprüft und vervollständigt werden, siehe
www.rki.de
Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio, ggf. auch gegen Keuchhusten (Pertussis), Mumps, Masern, Röteln (MMR) und Influenza. Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A und Typhus, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B, Meningokokken-Krankheit (ACWY) und Tollwut empfohlen.
Wegen der noch nicht erfolgten Entwarnung bezüglich des landesweiten Choleraausbruchs seit September 2008 kann auch - bei mittlerweile deutlicher Abnahme der Neuerkrankungen - eine Choleraimpfung für Risikoreisende (z.B. Entwicklungshelfer bei Einsätzen in bekannten Choleragebiete oder in sozialen oder medizinischen Einrichtungen) sinnvoll sein. Aktuelle Ausbrüche im Chiredzi District / Masvingo Provinz, Chipinge in der Manicaland Provinz, Sengwe entlang der Grenze zu Mozambik.
Malaria
Malaria tritt landesweit auf. Besonders hohe Risiken bestehen im Norden (Sambesital) und Osten/Südosten (Grenze Mosambik und Südafrika, Viktoriafälle, Matabele-North mit bis zu 5000 Fällen).
Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen.
Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.
Für die Malariaprophylaxe sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone®, Doxycyclin, Lariam®) auf dem deutschen Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropen- bzw. Reisemediziner besprochen werden.
Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird daher allen Reisenden empfohlen:
• körperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
• in den frühen Abendstunden und nachts Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
• ggf. unter einem Moskitonetz zu schlafen.
HIV/Aids
HIV/AIDS ist im Lande ein großes Problem und eine große Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes Risiko. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.
Durchfallerkrankungen und Cholera
In den ländlichen Gebieten Simbabwes (insbesondere Chinhoyi, Nyamapanda, Kariba) ist Cholera vor allem während der Regenzeiten zwischen November und März endemisch. Die im September 2008 ausgebrochene Choleraepidemie mit knapp 100.000 Erkrankten, von denen 4.200 verstorben sind, ist mittlerweile unter Kontrolle. Es bestehen jedoch weiterhin massive Hygieneprobleme im gesamten Land. Seit Ende 2007 haben die Bewohner häufig kein fließendes Wasser mehr. Die Folgen sind ein Mangel an sauberem Trinkwasser, einhergehend mit der Zunahme von Durchfallerkrankungen - auch der Cholera. Die diesbezügliche Versorgungslage ist in den Krankenhäusern, vor allem im ländlichen Bereich, bei hohem Patientenaufkommen oft völlig unzureichend.
Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und insbesondere Cholera vermeiden. Einige Grundregeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z. B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Im Notfall gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser benutzen. Unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen Trinkwasser benutzen. Bei Nahrungsmittel gilt: Kochen, Schälen oder Desinfizieren. Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Stuhlgang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht durchführen, Einmalhandtücher verwenden.
Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis)
Im Norden des Landes - vor allem im Karibabecken - kann es sporadisch zu einer Infektion mit dem Erreger der Schlafkrankheit kommen, die durch große, tagaktive Tsetse-Fliegen mit einem schmerzhaften Stich auch durch dünneren Stoff hindurch übertragen werden kann. Vermeidung der Fliegenstiche durch angemessenes Verhalten (u.a. Vorsicht bei Fahren mit offenen Jeeps) und entsprechende Kleidung ist hier besonders angeraten.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung ist, gerade vor dem Hintergrund der politischen und wirtschaftlichen Situation des Landes, mit der in Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch problematisch. In Harare und den Provinzhauptstädten hat sich jedoch die medizinische Versorgung im privaten Krankenhaussektor mittlerweile deutlich verbessert. Die (Fach-) Ärztefluktuation hat merklich nachgelassen. Leider gilt dies noch nicht im gleichen Maße für den staatlichen Gesundheitssektor. In vielen Apotheken findet sich – nicht zuletzt mit Einführung des US$ – wieder eine zufriedenstellende Ausstattung mit Medikamenten. Bei Reisen in abgelegene Landesteile sollten Reisende jedoch eine gut sortierte individuelle Reiseapotheke mit sich führen. Auch hierzu ist Beratung durch einen Tropenarzt bzw. Reisemediziner sinnvoll.
Aufgrund der erwähnten Personalengpässe in staatlichen Krankenhäusern, sollte bei Unfällen und schweren Erkrankungen, falls möglich, auf Einlieferung in private Krankenhäuser bestanden werden. Die Aufnahme in private wie auch staatliche Hospitäler erfolgt jedoch nur, wenn entweder Vorkasse geleistet oder eine Garantieerklärung abgegeben wird. Aufgrund der oftmals fehlenden medizinischen Voraussetzungen für eine notwendige Behandlung am Ort wird zudem empfohlen, vor Antritt der Reise eine weltweit gültige Reisekrankenversicherung abzuschließen, die einen Ambulanz-Rettungsflug einschließt. Medizinsche Evakuierungen bietet Medical Air Rescue Services International - MARS mit Dependancen in ganz Zimbabwe verteilt an. Bei Bedarf oder Wunsch wird der komplette Patiententransfer, incl. Benachrichtigung aller Facharztrichtungen, nach Südafrika organisiert.
Quelle und weitere Informationen:
www.auswaertiges-amt.de